Aus Anlass zu COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2)

Offener Brief:

Liebe Familienangehörige, liebe Verwandte, Freunde, Bekannte, und die Vielen, die ich nicht kenne,

ich bin seit einigen Jahren ehrenamtlich in einem Pflegeheim in der Stadt Münster tätig.

In Vorbereitung auf einen möglichen Lieferengpass von Atemschutzmasken, insbesondere für das Pflegepersonal, haben wir einige unser Ehrenamtlichen gewinnen können, nach einer Vorlage der Stadt Essen, https://media.essen.de/media/wwwessende/aemter/0115_1/pressereferat/Mund-Nasen-Schutz__Naehanleitung_2020_Feuerwehr_Essen.pdf
behelfsmäßige Masken zu nähen.

Diese Aktivitäten veranlassen mich, euch um Unterstützung nachfolgender Initiative zu bitten. Das Motto:

” SCHÜTZT EINANDER – BLEIBT ZU HAUSE – MASKEN NÄHEN FÜR’S LEBEN “

richtet sich insbesondere an alle Kinder und Jugendlichen.

Wir wissen um die schwierige Aufgabe der Eltern, Kinder und Jugendliche zu Hause zu beschäftigen und ihnen sinnvolle Aufgaben zukommen zu lassen. Andererseits ist es gerade dieser Personenkreis, der am ehesten, u.U. sogar unbemerkt, zur Verbreitung des Virus beiträgt, und die Infektion über die Eltern in die Arbeitswelt hineinträgt, mit möglicherweise fatalen Folgen in Krankenhäusern und insbesondere Pflegeeinrichtungen.

Ich stelle mir vor, dass die Eltern mittels sicherlich in vielen Haushalten vorhandener Nähmaschinen mit Ihren Kindern Mund-Nase-Schutzmasken nach Anleitung nähen für

Eltern, Großeltern, Nachbarn, Alleinstehende und Obdachlose.

Nutzen wir die “Zeit vor dem großen Sturm”. Geben wir unseren Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit aktiv zu helfen, Verantwortung füreinander zu übernehmen, Solidarität zu leben und damit für das eigene Leben zu lernen.

Ich bin überzeugt, dass innerhalb von 14 Tagen jede Bürgerin, und jeder Bürger in unserem Land über wenigstens 1, wenn nicht 2 Masken verfügen wird. Die Nutzung von Masken aus Stoff für den “privaten” Bereich ist eine Maßnahme, die nach meinem Wissen auch von namhaften Virologen/Epidemiologen für durchaus sinnvoll erachtet wird.

Diese behelfsmäßige Maske trägt nach meiner Überzeugung auch dazu bei, den Kauf von Masken, die primär für die Einrichtungen unseres Gesundheitssystems produziert werden, durch Privatpersonen, einzuschränken. Die Aktion ruft auf zu einer sinnvollen Tätigkeit und wird sicherlich die Solidarität füreinander stärken und ggf. auch psychischen Problemen entgegenwirken. Sie vermittelt das Gefühl nicht ohnmächtig zu sein, sondern etwas tun zu können.

Dieser Brief darf weiter verbreitet werden.

Bleibt alle gesund und gebt auf euch acht!

Dr. med Robert Berg

Münster, den 28.03.2020

Hoffschultestraße 28, 48155 Münster